Soxgame Info: Erste Uni mit Casino-Studiengang in Österreich

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Die deutschsprachige Glücksspielindustrie ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen – und zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Doch die Konkurrenz ist groß, gerade auf dem internationalen Markt, und die Entwicklung dynamisch. Um Schritt zu halten, braucht es auch in der Glücksspielindustrie gut ausgebildete Fachkräfte. Die Donau-Universität Krems trägt dieser Entwicklung nun Rechnung und bietet mit „Leisure, Entertainment and Gaming Business Management“ den ersten Glücksspiel- und Casino-Studiengang an einer österreichischen Hochschule an.

Student vergräbt sich hinter einem Buch; dahinter Formeln.

Formeln, Zahlen und vieles mehr – das erwartet Studenten im ersten Glücksspiel-Studium an der Donau-Universität Krems.

Glücksspielindustrie braucht gut ausgebildetes Fachpersonal

Wer an Glücksspiel denkt, sieht vermutlich glänzende Lichter, Spielhallen voller freudiger Menschen und jede Menge Jetons vor seinem geistigen Auge. Dass hinter dieser schillernden Fassade aber auch jede Menge Arbeit und komplexe Strukturen stecken, ist nur den wenigsten Menschen bewusst. Der Glücksspielmarkt ist im 21. Jahrhundert angekommen. Die Begeisterung für das Spiel mit dem Glück wächst in ganz Europa – auch auf dem deutschsprachigen Markt – seit Jahren kontinuierlich. Doch die Branche sieht sich auch komplexen Herausforderungen gegenüber – die hier und da aber auch Chancen bereithalten.

Und diese gilt es zu ergreifen, insbesondere für stationäre Casinos und andere Unternehmen der Glücksspielindustrie wie Spiele- und Software-Hersteller, Sportwettenanbieter und Co. Denn gerade die Digitalisierung führt zu einer noch vor einigen Jahren nicht vorhersagbaren Dynamik in allen Bereichen der Branche. Insbesondere die Bandbreite an Glücksspielangeboten wächst und begeistert insbesondere junge Menschen. Laut einer Studie des Handelsblatts sollen 35 Prozent aller Einwohner in Deutschland bereits Erfahrungen mit Online-Glücksspiel gesammelt haben.

”Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind die Ergebnisse der Digitalisierung keine neuen Spielformen bzw. Veranstaltungen, sondern vielmehr neue Features für bisherige Glücksspielangebote. Das Spiel (z. B. Casino-Spiel, Lotterie, Wette, Geldgewinnspielgerät) bleibt in seinem Charakter weitgehend unverändert.“Studie „Die Digitalisierung des Glücksspiels“ vom Handelsblatt / Research Institute

Doch auch in der Schweiz oder in Österreich ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Für die DACH-Region bedeutet der Aufschwung der Glücksspielindustrie auch einen wirtschaftlichen Vorteil, der aber auch gut ausgebildetes Fachpersonal einfordert. Denn die Branche und ihre Unternehmen stehen nicht nur vor einer technisch-digitalen Hürde. Auch im Management braucht es fachlichen Nachwuchs, der die speziellen Strukturen der Branche gut kennt. Um dies zu gewährleisten, hat die österreichische Donau-Universität Krems bereits 2017 den ersten Studiengang ins Leben berufen, der junge Studierende exakt auf diese Aufgabe vorbereiten soll.

Erstes Glücksspiel-Studium an österreichischer Universität

„Leisure, Entertainment and Gaming Business Management“ – so nennt sich der erste Glücksspiel-Studiengang an einer deutschsprachigen Universität inn Österreich, mit dessen erfolgreichen Abschluss Studenten den akademischen Grad des Master of Business Administration (MBA) erwerben können. Bereits hier lässt sich erkennen, dass dieser Studiengang keinesfalls nur Themen behandelt, die ausschließlich mit Glücksspiel in Verbindung gebracht werden können.

Mit dem akkreditierten „Glücksspiel-Studiengang“ sollen bereits heute die Führungskräfte der Glücksspielbranche von morgen ausgebildet werden. Managementwissen, das sich an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert, und natürlich auch Social Skills wie Mitarbeiterführung sind zentrale Bausteine, aus denen sich dieses Studium zusammensetzt. Trotzdem setzt dieser MBA-Studiengang natürlich den Fokus auf die Glücksspielbranche und behandelt ebenso spezifischere Module wie Glücksspielrecht, Spieltheorien oder auch Suchtprävention.

”Die Rahmenbedingungen und Wettbewerbssituationen von Unternehmen ändern sich immer schneller. Deshalb wird es für ManagerInnen und UnternehmerInnen immer wichtiger, über ein Repertoire an Strategien, Konzepten und Instrumenten zu verfügen, das ihnen ermöglicht, ihre Unternehmen verantwortungsvoll und erfolgreich in die Zukunft zu führen. Die Professional MBA-Programme der Danube Business School sind nach internationalen Standards konzipiert und richten sich an ManagerInnen in oder auf dem Weg zu Führungspositionen.“Beschreibung des MBA-Studiengangs Leisure, Entertainment and Gaming Business Administration an der Donau-Universität Krems

Das Studium an der österreichischen Donau-Uni Krems richtet allerdings nicht an Erstsemester, sondern an Personen mit abgeschlossener Hochschulausbildung bzw. einschlägiger Berufserfahrung. Denn bei nachweisbarer Berufserfahrung kann dieser Master-Studiengang wie üblich auch ohne ersten Hochschulabschluss absolviert werden. Auch deswegen ist dieses Studienfach grundsätzlich als berufsbegleitendes Studium angelegt und setzt auf die moderne Lernmethode des Blended Learning, also auf stark computer-fokussierte und digitale Lerninhalte, die sich die Studierenden teils selbst erarbeiten müssen.

Strukturell ist das Studium modular aufgebaut und bietet darüber hinaus verschiedene Abschlüsse an. Je nach individuellem und beruflichem Bedarf lassen sich ganz verschiedene Schwerpunktthemen wählen und die Inhalte so zusammenstellen, dass sie den Studenten optimal auf seine zukünftigen Aufgaben im Unternehmen vorbereiten. Wer sich hier auf das Nötigste beschränken möchte, kann diesen Studiengang auch nur zwei Semester belegen und als zertifizierte Weiterbildung abschließen.

Die Module des MBA Leisure, Entertainment and Gaming Business Management im Überblick:

  • Verantwortung und Glücksspiel
  • Business Ethics
  • Technologie
  • Glücksspielrecht
  • Spiel, Gesellschaft & Spieltheoretische Grundlagen
  • Gamification, Nudging & Spiel aus psychologischer Sicht
  • Fundamentals of Management
  • Fundamentals of Analytics & Economics
  • Business Analytics & Research Methods (nur für MBA)
  • Controlling & Reporting
  • Corporate Financial Management
  • Marketing Management
  • Managing Complexity & Project Management
  • Knowledge Management & Innovation
  • Business Simulation (Online)
  • Managerial Economics & Global Business Environment
  • Strategic Management & Competitive Analysis
  • International Business
  • Managing People
  • Leadership

Politik von Glücksspiel-Studium noch nicht überzeugt

Dass es dringend notwendig ist, Fachpersonal für die Glücksspielbranche im deutschsprachigen Raum auszubilden, steht anscheinend außer Frage. Wer diese Ausbildung bezahlen soll, ist aber noch nicht so klar. Denn Steuergelder soll es für das erste Glücksspiel-Studium nicht geben, geht es nach der Meinung einiger Politiker. Die Grünen beispielsweise kommentierten die Forderung nach Steuergeldern für das akkreditierte Studium mit den Worten: „Wenn Unternehmen wie die Novomatic AG Schulungen ihrer Mitarbeiter benötigen, dann mögen sie es ohne Steuergeld selbst organisieren.“

Auf Seiten der Glücksspielunternehmen steht man der Initiative der Donau-Universität Krems verständlicherweise aufgeschlossener gegenüber. Zwar würde man Mitarbeitern regelmäßig auch interne Schulungs- und Weiterbildungsangebote offerieren, einen öffentlichen Lehrgang anzubieten sei aber ebenso sinnvoll, gerade weil Glücksspiel und Glücksspielbranche aus wissenschaftlicher Perspektive thematisiert würden, ließ der Glücksspielkonzern Novomatic in einer offiziellen Stellungnahme verlauten.

Kurios mutet es bei diesen kontroversen Aussagen aber an, dass der administrative Leiter der Donau-Universität Krems, der auch als Tutor tätig ist, ebenso in der Politik kein Unbekannter ist. Willibald Gföhler saß vor seiner akademischen Laufbahn nämlich zwei Jahre für die Grünen im Nationalrat. Da dürften die Chancen eigentlich gar nicht so schlecht stehen, dass Politik und Glücksspielbranche im Streit um öffentliche Gelder am Ende doch zusammenfinden.

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